Friedhofskirche "St. Nikolai" Colditz
Wer heute sein Auto auf den LIDL-Parkplatz stellt, ahnt meist nicht, dass er auf den Mauern einer ehemaligen Kirche steht. Bereits im 12. Jahrhundert wurde nach den immer wiederkehrenden Hochwasserbeschädigungen an neuer Stelle als Ersatzbau die St. Nikolaikirche im romanischen Baustiel errichtet und der Friedhof umverlegt. Sie ist das älteste Baudenkmal der Stadt. Die Innenausstattung ist schlicht: Sie ist einschiffig, hat einen tonnengewölbten Chor und eine halbkreisförmige Apsis.
Im Gedenken an seinen einzigen Sohn, der im Ersten Weltkrieg getötet wurde, ließ 1922 der Fabrikbesitzer Arno Stockmann dem romanischen Nordportal vom Dresdener Bildhauer Arthur Lange ein Ehrenmal in Rochlitzer Porphyr für die Getöteten des Ersten Weltkriegs vorblenden. Im Giebeldreieck mahnt dazu ein Wort aus Jesaja 30,15: Wenn ihr stille wäret, könnte euch geholfen werden!
Genutzt wird die Kirche vor allem für Trauergottesdienste, in der kalten Jahreszeit auch für Gottesdienste.
Sie umgibt der städtische Friedhof, der aber von der Kirchgemeinde betrieben wird. An der Rückseite der Friedhofsmauer erinnert eine Gedenkstätte an einen unrühmlichen Teil der Stadtgeschichte: An die in Colditz zu Tode gekommenen Zwangsarbeiter der HASAG, einem Rüstungsbetrieb, der u.a. als Außenstelle des KZ Buchenwald betrieben wurde.
Kontakt
Kirchturm St. Nikolai
Kirchgemeinde Muldenland
An der Kirche 6, 04680 Colditz
Ulrich Jasmer (Pfarrer)
ulrich.jasmer@evlks.de
Tel. 034381 43472
